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R. Scharnweber & O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau, Berlin 1933
Im Volksmunde lebt die Sage, daß dieser Keller in Kostebrau von römischen Kriegsleuten erbaut worden sei. In Wirklichkeit sind die Römer jedoch nicht über die Elbe gekommen. Der Römerkeller ist ein natürlicher Hügel, die Hohlräume sind durch Selbstentzündung der zwischen den Tonschichten befindlichen Braunkohlenflöze entstanden.
Auf diesen „Römerschanzen“ stand das Heiligtum des Wendengottes Flyn. Er war der Gott der Unterwelt und des Todes, auch des Reichtums, der auf unehrliche Weise erworben war. Man dachte ihn sich dargestellt als Totengerippe mit langem Mantel. Er hielt in der rechten Hand einen Stab mit einer Fackel. Mit der linken Hand stützte er einen Löwen, welcher auf seinen Schultern ruhte. Ihm zu Ehren buk man Kuchen aus Buchweizenmehl – Flinze oder Plinze genannt.
In den Hohlräumen, die leider durch Abfuhr der harten Tonmassen zu Wegebauten zerstört worden sind, befand sich nach der Sage ein goldener Löwe, der von den Wenden treulich bewacht wurde. Aber trotz aller Wachsamkeit ist er nebst anderen Schätzen in früheren Jahrhunderten geraubt worden. Niemand weiß bis auf den heutigen Tag, wo diese Reichtümer geblieben sind.
Einige Schätze sollen in dem dabei befindlichen Brunnen versenkt sein.
Quelle: E.H.Wusch: Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Lausitz