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R. Scharnweber & O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau, Berlin 1933
Als die Mönche aus dem Kloster in Dobrilugk vertrieben wurden und nach Prag zogen, da waren ihrer so viele, daß als der Kopf des Zuges in Lindena war, noch das Ende auf der Brücke zum Schloß in Dobrilugk zwischen den beiden Säulen war. Die Mönche gingen immer zwei und zwei. Und so lange sie zogen, läuteten die Glocken.
Sie hatten aber verabredet, wenn die letzten auf der Brücke wären, dann sollten die Glöcken aufhören mit läuten. Und wie die Glöcken aufhörten und die ersten am Anfang des Zuges das merkten, da bezeichneten sie die Stelle wo sie gerade standen. Damit aber auch alle Leute später immer sehen sollten, wie viele Gott dem Herrn gedient hatten, setzten sie an der Stelle zwei Kreuze aus Stein.
Wenn die Katholischen eine Prozession machten, gingen sie auch immer bis Lindena zu der Stelle, wo die Kreuze errichtet waren.
Quelle: E.H.Wusch: Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Lausitz