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Wasser im Keller

  Mundlich.

Gegenüber dem Kloster Himmelsthal in Brügge liegt ein Haus, in dem es vor Zeiten einmal lange und arg spukte und das zwar zumeist im Keller. Die Leute, welche da wohnten, dachten bald an einen Schatz, der an dem Orte vergraben sein müsse, und sie begannen zu graben, kamen auch an eine große eiserne Kiste, die sie heraushoben. Als sie aber sich darüber hermachten, um dieselbe zu öffnen, drang aus dem Loche, welches sie gegraben, eine so große Menge Wasser, daß es ihnen in zwei Minuten schon bis an den Hals ging und sie kaum noch Zeit genug fanden, zu flüchten, so schnell sie konnten. Als sie aus dem Keller waren, verlor sich das Wasser eben so schnell, als es gekommen war; mit ihm war aber auch die Kiste verschwunden und hat seitdem auch keiner gewagt, weiter nach ihr noch zu suchen.

Quellen: