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Der Trogschrapper zu Zwevezeele

  Mündlich
  Lansens im Kunst - en Letter - Blad. 1843. S. 104.

Zu Zwevezeele bei Thorhout hörte man ehedem in der Nähe einer Stelle, welche de drie Kaven heißt, Nachts ein Geschrappe, als hätte Jemand einen Backtrog ausgekratzt. Dies Geräusch machte ein Geist, den man übrigens nicht fürchtete, denn nie erschien er Jemanden, that auch Keinem etwas zu Leide. Einmal aber wollte ein Bauer, Namens Jan Runhout, Spott mit ihm treiben; es war dies ein Pferdehändler, der oft mit Hexen und Spuken zu thun gehabt und wegen seiner Kühnheit berühmt war. Als er an dem erwähnten Orte das Schrappen hörte, rief er laut: „Ei, du schrappst da ewig zu, aber du bäckst nie; back mir einmal, bis ich rückkehre, einen schönen Pfannkuchen.“ Mit den Worten ging Runhout von dannen, verrichtete seine Geschäfte und kehrte nach einigen Stunden zurück.

Der Geist hatte wohl gehört, was Runhout gesagt, das bewies sich nun; denn an den drie Kaven fand unser Pferdehandler ein reinlich und hübsch gedecktes Tischlein mit zwei brennenden Kerzen darauf und zwischen denselben einen frisch gebackenen, lustig dampfenden Kuchen. Im ersten Augenblick stand Runhout stumm vor Schrecken, dann aber zog er sein Messer, schnitt ein Stück von dem Kuchen und warf das seinem Hunde zu, der es gierig ausschluckte, aber auch plötzlich todt hinstürzte. Runhout sah das nicht sobald, als er die Flucht ergriff und nicht eher rastete, als bis er in der Schenke des nächsten Dorfes war.

Quellen: