<<< vorherige Sage | Deutsche Märchen und Sagen | nächste Sage >>>

Die Kalberstraße und die Rothe - See - Straße zu Ypern

  Beschryving van Ypern. Ms.

Zu der Zeit, als zu Ypern noch Gökendiener wohnten, gab es in der Kalberstraße einen reichen Mann, der ein kupfernes vergoldetes Kalb anbetete. Alle Samstage opferte er demselben ein lebendes Kalb und theilte Sonntags das Fleisch an Alle aus, die dessen haben wollten. Nach seinem Tode aber war er verwünscht, in Gestalt eines schwarzen Kalbes zu spuken, und er sprang also immer kreuz und quer in der Kalberstraße herum und Jedem, dem er begegnete, auf den Leib, meist auf den Rücken. Endlich hat ein Priester, deß müde, ihm aufgepaßt und ihn durch Beschwörungen in die rothe See verwunscht und das ist in der lehtern Straße geschehen.

Quellen: