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Der Rabe

  Mündlich
  C. P. Serrure im Kunst- en Letter - Blad. 1843 No. 7.

Auf dem Friedhofe von Scherpenheuvel hatte man einen Mann begraben, der ein sehr schlechtes Leben geführt. Die nächste Nacht und alle folgenden Nächte wurden die Nachbarn des Kirchhofes durch ein schreckliches Geräusch aus dem Schlafe geweckt; gerne hätte man gewußt, von woher das komme, aber man konnte nichts anderes bemerken, als einen Raben, der von Zeit zu Zeit kam und sich auf das Grab jenes Mannes niederließ.

Daraus schloß man natürlicherweise, daß das Gelärme nur von dem Letztbegrabenen herrühren könne. Man holte die Leiche wieder aus der Erde und warf sie in einen Graben, den Raubvögeln zur Atzung. Seitdem erschien der Rabe nicht mehr und war es auf dem Friedhofe ruhig.

Quellen: