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Mündlich
Es gibt viel Menschen, die vermittelst teuflischer Künste sich ein Döschen zu verschaffen wissen, worin solch eine Teufelsbrut (Duiveljong) liegt. Es ist dies ein klein, schwarz Ding, wie ein Thierchen; dem muß man alle Tage ein rein leinen Tüchel unterlegen und ihm drei Tropfen eignen Blutes geben. Thut man das nicht, dann bekommt man Schläge von unsichtbarer Hand, die nicht enden, bis die Teufelsbrut ihr Blut hat.
Will man es los sein, dann dreht man's nur in ein Taschentuch und wirst es auf die Straße. Wer es dann aufhebt, der kann es, will er's nicht, auf dieselbe Weise loswerden. Derjenige aber, der es dann aufnimmt, muß es behalten, denn es ist alsdann in der dritten Hand. Und würfe er es hundert Mal weg, es würde hundert Mal zu ihm zurückkehren.
Eine solche Teufelsbrut verschafft dem, welcher sie bei sich trägt, große Kraft. So war einmal ein Flachsschläger, der sechs Mal so viel Arbeit that, als jeder Andere. Er hatte nämlich in den Handgriff seines Schlägels ein Loch gebohrt und die Teufelsbrut dahinein gesteckt.
Quellen: