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Herzog Arnulph von Baiern

  S. Münsters Cosmographie S. 773. 
  Joannes Adelphus in vita Friderici lit. L. Ichthorii de occultis naturae p. 213. 
  Ladenburgii de iudiciis dei p. 191. 
  Michael Sachs Kaiser - Chronik III. S. 83. 
  S. de Vries, de Satan S. 306.

Arnulphus, der achte romische Kaiser in Deutschland, hatte einen Sohn, der gleicher Weise Arnulph oder Arnold hieß. Diesen machte er zum Herzoge von Baiern und er wurde der Stammherr sowohl der bairischen Herzöge, als auch der Pfalzgrafen bei Rhein. Es war ein überaus arger Herr, gottlos, ein Flucher und Schwörer und aller Untugend voll, weßhalb er auch Malus zubenamt wurde. Als er einst auf der Brücke zu Scheiern stand, entbrannte er in unsinniger Wuth, riß seinen Handschuh aus und warf den hoch in die Luft, indem er sprach: „Da, Teufel, nimm den Handschuh zum Unterpfand, daß ich mich selbst und mein Antheil an Baiern dir zum Eigenthum gebe!“ Kaum hatte er die Worte aus dem Munde, als der Handschuh verschwand. Doch war der Böse damit nicht zufrieden, daß er das Pfand hatte, er faßte auch den Pfandgeber beim Kopfe und führte ihn mit sich weg vor Vieler Augen; nachdem er ihm das Genick gebrochen, warf er den Leichnam in das Ried der Weiher zu Scheiern. Lange nachher ist es noch an dem Orte umgegangen und erzählte man sich wunderbare Dinge davon.

Quellen: