<<< vorherige Sage | Deutsche Märchen und Sagen | nächste Sage >>>

Noch vom Mummelsee

  Kircheri mund. subterran. VIII, 4, 2. 

Es wird viel Wunderbares von dem Mummelsee erzählt; so soll er keine Fische in sich leiden und die man hineinseht, alsbald auswerfen. Es wohnen nur Thiere darin, die in etwas dem Salamander gleichen und Brúste und andere Glieder gleich den Frauen haben. Faßt man sie an, dann entsenden sie eine weiße Materie. Man sagt von ihnen, daß es verwunschte Mädchen seien, was auch von den Hagedissen und dem Fischlein Gründling (Grondeling) erzählt wird. Der Mummelsee wird für heilig gehalten, weil er so ganz und gar keine Berührung oder Schmuk leidet; wirst man einen Stein hinein, so entsteht Donner und Unwetter. Einmal ist ein Markgraf von Baden mit mehren geistlichen Herren und in Begleitung des ganzen Hoses zum Mummelsee gegangen und hat einige geweihte Kugeln hineingeschossen, auch anderes Heiligthum hineinwerfen lassen. Da ist aber ein schrecklich Ungethum aus dem See gestiegen und hat den Markgrafen mit all seinen Begleitern, so geistlichen als weltlichen, weggejagt. Im nahebei gelegenen Kloster Allerheiligen bewahrte man ehedem ein Buch, worin alle merkwürdigen Geschichten, die sich mit und an dem Mummelsee begeben, aufgezeichnet waren.

Quellen: