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J. Kurth, Sonntagsbl. d. Preuß. Lehrerzeit., 1883, S. 466 ( Nr. 30 )
„In I. (Jocksdorf) bei F. (Forst) ging die Wirtin am Sonntage zur Kirche und sagte der Magd: „Wenn du die Hirse gekocht hast, so gieb doch auch der schwarzen Katze auf dem Boden einen Teller voll davon; laß ihn aber gut verkühlen, ehe du ihn auf den Boden trägst!„ Die Magd aber dachte: Du wirst nicht so dumm sein und dem Tiere noch den Hirsebrei fühlen, das kann ihn heiß fressen.
Sie trug also den Teller mit der heißen Hirse auf den Boden; die schwarze Katze kam auch sofort herbei und begann zu fressen; kaum aber hatte sie etwas von dem heißen Brei genossen, so fing Sie auch schon an Feuer zu speien, und in kurzer Zeit stand das Gehöft in Flammen.“
Quelle: Niederlausitzer Volkssagen vornehmlich aus dem Stadt- und Landkreis Guben, gesammelt und zusammengestellt von Karl Gander, Berlin, Deutsche Schriftsteller-Genossenschaft, 1894