[[text:viii._der_tod|<<< vorherige Seite]] | **[[capitel:xlviii._der_aberglaube|XLVIII. Der Aberglaube]]** | [[text:x._krankheiten|nächste Seite >>>]] ====== IX. Die Johanniskräuter ====== - Baldrian, Valeriana L., darf man nur am Tage vor Johannis pflücken. - Der Biber-, Fieber- oder Bitterklee, Eoswik und Bobownik, Menyanthes trifoliata, ist gut gegen das Fieber. - Wenn man Brustschmerzen hat, so muss man mit Blutauge, Sedymlistnik, Comarum palustre, räuchern und den Rauch einsaugen. - Die Blutwurzel, Seleniza, Potentilla TormentiUa, in Branntwein gemischt, lindert Husten, Leib- und Halsschmerzen. - Dorand, Dorant oder Worant, Achillei ptarmica, schützt vor Verhexen. - Dorand mit Johanniskraut und Schreckkraut gemischt ist gegen Schreck, Husten und Leibschmerz. - Ein Thee von Ehrenpreis, Bosras oder Zewesch bolözciow Veronica, ist gut gegen Brustbeklemmungen. - Das Franenflachs Marcyny lank, Linaria Tulgaris dient zum Verwaschen. - Der Holländer, Bas oder Bes, Sambucus nigra, hilft als Thee gegen jedes Unwohlsein. - Thee von Huflattich, Newassele, Tussilago Farfara, ist gut gegen Kopfschmerzen und Leibschneiden. - Ein Thee von Johanniskraut, Polska ruta, Hypericum perforatum, ist gut gegen Erkältung. - Ein Thee von der Kamille, Rumank oder Rymank, Matricaria chamomilla, dient gegen Erkältung und Brustschmerz. - Das Lebermoos, Marchantia polymorpha, wird als Schreckkraut gegen den Schreck gebraucht. - Die Minze, Mentha L., Smeraiwa, ist gut gegen Leibschmerzen. - Die Körner der Paeonia officinalis, einer Abart der gemeinen Pfingstrose, Janska rosa, schützen den Menschen vor dem bösen Blick und das Vieh vor Verhexen. - Der Porst, Kienporst, Bagne und Bagno, Ledum palustre, schützt vor Motten und Ungeziefer. - Der Quendel oder Feldthymian, Plonak oder Babina duschka, wie früher der Feldkümmel, Garum Carvi, genannt wurde, Thymus serpyllum, ist gut gegen Brustschmerzen. - Die Schafgarbe, Krawnik und Kschawnik, Achillea millefolium, hilffc, als Brei auf die Wunde gelegt, gegen den Knochenfrass. - Ein Thee von dem Schreckkraut, Wiesenkohl, Buschkrant, Zysci, Cirsium oleraceum, hilft gegen den Schreck. - Die Schwarzwurzel, Koscelnischezo oder Kosciiwadlo, Symphytum officinale, ist gut bei Wunden. - Das Sonnenblümchen, süberweißer Gänserich, Fingerkraut, Roiowe sel, Potentilla argentea, und der Hainwachtelweizen, Zen a noz, werden zum Verwaschen gebraucht. - Das Stiefmütterchen, Viola tricolor, oder Freisamkraat, Syrokta oder Matuschka, hilft gegen Brustschmerzen. - Das Stiefmütterchen als Thee getrunken hilft bei Kindern gegen Leibschmerzen. - Der Wegerich, mittler Wegebreit, Schkorodwiza und Schkorodwizka, Plantago media, ist gut gegen die Rose und den Brand. - Die gelbe Wiesenraute, Beza rSc, Thalictrum flatum, hilft gegen die Krämpfe. - Wenn man den Kühen gelbe Wiesenraute unter das Futter mengt, so melken sie besser. - Wohlverleih, Rewnawka, Amica montana, ist gut gegen äussere Schäden. //Quelle: [[autor:veckenstedt|Edmund Veckenstedt]]: [[buch:wendischesagen|Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche]]. Leuschner & Lubensky, Graz 1880// ---- {{tag>brauchtum volksweisheit veckenstedt wendischesagen niederlausitz aberglaube krankheit heilung johanniskraut medizin doranz baldrian fieber schreck zauberei}}