[[sagen:werra365| <<< zurück]] | **[[buch:werrasagen|Sagen der mittleren Werra]]** | [[sagen:werra367a| weiter >>>]] ====== Vom Trollbar in Kaltennordheim ====== Auch in Kaltennordheim findet sich jenes zottige Nachtgespenst, welches an Brücken und Stegen seinen Aufenthalt genommen und den Vorüberziehenden, besonders den Säufern auf den Rücken springt und sich, immer schwerer werdend, "hockeln" läßt. "Wir hatten einen Schulmeister," erzählte Einer von dort",der auch mehr ""hob "", als es sich für seinen Stand paßte, und gar arg schimpfte, wenn man ihn vor dem Trollbären warnte. Aber es kam ihm. Als er eines Tages spät nach Hause wollte und: etwas schief geladen hatte, sprang ihm am Heftberg auch richtig der Trollbär auf den Buckel. Der Schulmeister war zum Tode erschrocken, schüttelte und rüttelte sich, allein was half's? Er mußte den immer schwerer werdenden Trollbär bis vor seine Thüre tragen." Der eigentliche Aufenthalt des Trollbären, sagen sie zu Kaltennordheim, ist die Goldbach, und wer sie bei Nacht überschreitet, wird von dem Spuk geneckt. Es ist schon lange her, daß der Förster von Zillbach, der früher in Kaltennordheim stationirt war, hier am späten Abend noch etwas zu besorgen hatte. Als er nun an die obere Uebergangsstelle kam und kaum den Fuß auf die Röhren that, die früher hier als Brücke über den Bach gelegt waren, faßte ihn eine aus dem Wasser tauchende schwarze, zottige Gestalt an dem Beine und versuchte ihn zu sich in's Wasser zu ziehen; aber der Förster stand fest, riß sich los und eilte nach der weiter unten gelegenen Ueberbrückung. Hier jedoch erging es ihm nicht besser. Da wurde der Förster wild und hieb mit dem Gewehrkolben tapfer auf den unheimlichen Gast los. Er wurde jedoch bald zu seinem Schrecken gewahr, daß er durch die unheimliche Gestalt durchhaue, ohne ihr nur den mindesten Schaden zuzufügen. Als er sich endlich losgewunden hatte, arbeitete er sich an die dritte Uebergangsstelle, doch auch hier lag der Trollbär schon auf der Lauer. Da rief der Förster, der sich doch sonst vor dem Teufel nicht fürchtete, in seiner Angst einen dort wohnenden Freund zu Hülfe und trat bald darauf aber todtenbleich bei diesem ein. //Quellen:// * //[[autor:wucke|C. L. Wucke]] - [[buch:werrasagen|Sagen der mittleren Werra nebst den angrenzenden Abhängen des Thüringer Waldes und der Rhön]], Salzungen 1864// ---- {{tag>sagen wucke werrasagen thüringen werra v0}}