[[sagen:werra013| <<< zurück]] | **[[buch:werrasagen|Sagen der mittleren Werra]]** | [[sagen:werra015| weiter >>>]] ====== Von dem Umgänger bei Wasungen ====== Oberhalb [[geo:Wasungen]], da wo die Straße zu steigen beginnt und eine breite nun mit Obstbäumen besetzte Trift durchschneidet, war es sonst um Mitternacht nicht geheuer, bis ein beherzter Wasunger Schuster, der sich von Meiningen her verspätet hatte, dem Ding ein Ende machte. Freilich schnappte er anfangs vor Schrecken wie ein Taschenmesser zusammen, als er an jener Stelle nur wenige Schritte von sich ein feuriges Gespenst erblickte, das auf einem der Äcker umherirrend, unter der Last eines aufgehockten Grenzsteines gewaltig seufzte und dabei unaufhörlich die Worte ausstieß: »Ach, der Stein, der Stein! Wo soll ich ihn nur hinsetzen?« Doch bald hatte sich der Schuster wieder gefasst und rief dem Umgänger zu: »Tu ihn hin, wo du ihn gekriegt hast!« Da hörte er von dem Spuk: »Hab Dank! Das waren die Worte, die ich zu meiner Erlösung hören musste!« Seit jener Zeit hat sich dort nichts wieder wahrnehmen lassen. //Quellen:// * //[[autor:wucke|C. L. Wucke]] - [[buch:werrasagen|Sagen der mittleren Werra nebst den angrenzenden Abhängen des Thüringer Waldes und der Rhön]], Salzungen 1864// ---- {{tag>sagen wucke werrasagen thüringen werra wasungen ruhelos schuster grenzstein erlösung spuk v2}}