[[sagen:wendischesvolksthum88|<<< zurück]] | **[[buch:wendischesvolksthum|Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte]]** | [[sagen:wendischesvolksthum89-1|weiter >>>]] ====== Die Graben ====== Früher (wie die [[volk:sorben|Wenden]] sind hergekommen [v]), waren hier – [[wesen:grabe|Graben]], graby((Ein Grab: jeden grab, drab.)), S.; draby Draben, auch graby Jämlitz, Gablenz; grawy, Grawen, Grafen, S.; grabse, Grabsen, [g. v]. S. Sie waren gross, stark – sehr stark, (Jämlitz, Gablenz u.a.O.); stark, weil sie gleich einen [Menschen, Thier] tödteten. Sie hatten – Pferdefüsse, Pferdebeine (a); – darum Pferdefüsse, weil sie Pferde gefressen haben (Schleife). Sie waren – Menschen ähnlich (a), – sehr starke und lange Menschen, –, die Drabe, zwei männliche Personen, welche bloss Pferdefüsse hatten (Jämlitz); – sollen solche unreinen((D.h. nicht gottesfürchtige, böse [heidnische] Geister.)) Geister gewesen sein. (Schleife). – Die [[wesen:ludki]] und die Grafen waren dasselbe [g. v]. S. Sie hatten – Menschenkleider, auch eine Art Stiefel (? v); – waren ganz mit Haaren, mit Fell bewachsen [Schleife, v]. Man konnte nicht erkennen, dass sie Graben waren, weil sie in Bärenhaut genäht waren, nur an der Fussspur sah man, dass sie Pferdehufe hatten. Sie waren – (wohnten, lebten) in der Haide, im Walde [a]; – meist in der Haide; – haben in den Bergen gewohnt; – hatten ihre Höhle aneiner Stelle und lebten von Menschenraub, denn wenn sie Hunger hatten, frassen sie Menschen [v]. Sie – sind niemand sehr »zu Gesicht gegangen«((Liessen sich nicht viel sehen.)) (gekommen): machten alles bei Nacht und sind bei Tage nicht zu sehen gewesen; – die Draben haben schlecht gesehen [v] und sind deshalb nur nachts ausgegangen (Jämlitz). Wegen der Graben sollte keiner »über Mittag draussen« [auf dem Felde] bleiben [v]. S. Wenn sie Menschen angetroffen, haben sie sie todtgemacht. Wie der »Musicus« (Spielmann) aus [[geo:Trebendorf]] noch klein war, hatte er sehr grosse Angst vor den Graben, weil die Mädchen in den Spinnstuben so erzählten [von ihnen], dass er immer die Beine auf die Bank nahm, wenn er sass, damit ihn die Graben nicht beissen konnten. Sie – (die Grabsen) waren sehr befreundet mit dem [[wesen:nix|Wodernyks]] und waren (kamen) viel mit ihm zusammen; – kamen mit ihm »zu« Tanze. Wenn sie hörten, irgendwo war Tanzmusik, dann gingen sie hin und sahen zu, haben aber nicht mitgetanzt; (tanzten auch mit [v]). Sie gingen den wendischen Mädchen nach, aber sie konnten doch nicht bei ihnen sein((Weil sie keine richtigen Menschen waren.)). – Sie wollten Bekanntschaft mit den wendischen Mädchen machen, gingen auch in die [[lex:spinnstube|Spinnstuben]], aber vor den Burschen hatten sie Furcht, weil die sehr flink waren (?). Aber zu den Mädchen gingen sie, denn die »hatten« sie »gern«, (sie lernten auch die wendische Sprache?) und tanzten mit unseren Mädchen [v]). Die Graben »wollten« auch mit ihnen »nach Hause«((D.h. sie nach dem Tanze nach Hause begleiten.)) und »schön« mit ihnen »thun«. [[geo:Schleife]]. – Die draby gingen auch in die Lichtenstube (ćaza)((Spinnstube, niederw. přeza, oberl. w. přaza.)). [[geo:Gablenz]]. [[geo:Jämlitz]]. – Die Graben kamen immer abends in's Dorf, weil sie die serske źowča sehr liebten. Man konnte sie schlecht erkennen und nannte sie ćertowe knechći (Teufelsknechte). S. Früher haben sie auf dem Schlosse in Schleife so starke Knechte gehabt, die sollen Graben geheissen haben, und später hat ein Grab bei einem Bauer gedient. Sie sollen mit Bärenfellen bekleidet gewesen sein. //Quelle: [[autor:schulenburg|Schulenburg, Willibald von]]: [[buch:wendischesvolksthum|Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte]]. Berlin: Nicolai, 1882, S. 69-70.// ---- {{tag>sagen schulenburg wendischesvolksthum lausitz ludki nix kobold tanz schleife gablenz jämlitz grabe v2}}