[[sagen:tss4325|<<< zurück]] | **[[capitel:tss4000|Die Sagen des Kiffhäusers und der Güldenen Aue...]]** | [[sagen:tss4327|weiter >>>]] ====== Der Schatz im Felde ====== Dahinten im Felde auf einem Acker, dicht neben dem Atteröder Weg, da wo der Kreuzweg ist, steht ein großer Schatz, der zeigt sich alle sieben Jahre als ein hellloderndes Feuer. Wer stillschweigend hinzugeht, und die Kohlen an sich nimmt, der hat den Schaß gehoben, denn die Kohlen verwandeln sich flugs in seiner Hand in eitel Goldklumpen. Einst kam der alte Wolfshein, ein Holzhauer, spät Abends mit einer Welle Reisig auf der Schulter aus dem Rennstieg, wo sich gerade der Schlag befand, und wollte heim gehen. Da sah er schon von ferne mitten im Felde ein helles Feuer lodern. Hm! dachte er bei sich, wer sind denn die Narren, die da das Feuer angezündet haben? denn es war mitten im Sommer, und sehr warm. Der Weg führte ihn ziemlich nahe an dem Feuer vorbei, und als er heran kam, gewahrte er, daß niemand bei demselben sich befand, und daß es mitten auf einem grün bewachsenen Acker brannte. Da wunderte der alte Wolfshein sich sehr, ging aber fürbaß. Erst als er ein Stück vorüber war, gedachte er daran, daß das Feuer der Schaß gewesen sein möge, der dort stehen solle, und wollte umkehren, und die Kohlen an sich nehmen. Allein als er sich umdrehte, war das Feuer erloschen, und jede Spur desselben verschwunden. Damals haben das Feuer zugleich mit dem alten Wolfshein auch noch mehrere Köhler gesehen, welche im Rennstieg kohlten. Ob seitdem jemand den Schatz gehoben hat, oder ob er noch steht, ist unbekannt. //Quellen:// * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]] - [[buch:tss|Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes]], Meiningen und Hildburghausen, 1857, Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung// ---- {{tag>sagen bechstein tss thüringen v0}}