[[sagen:tss2213|<<< zurück]] | **[[capitel:tss2000|Sagen aus Thüringens Frühzeit, von Ohrdruf und dem Inselberge]]** | [[sagen:tss2215|weiter >>>]] ====== Asolverod ====== Es war ein frommer Graf [[familie:vonkäfernburg|von Käfernburg]], Sizzo geheißen, der baute auf der Höhe des Waldes hinter der St. Johanniskirche auch ein Kirchlein, und ließ es in die Ehre des [[vip:georg|heil. Georgs]] einweihen, die Stelle, wo es gestanden hat, wird noch von den Waldleuten Sinngörgen (Sankt Görgen) genannt. Doch da Graf Sizzo und seine Gemahlin Gisela im Einverständniß mit ihren Söhnen Heinrich und Günther beschlossen, dieß gottgefällige Werk zu erweitern, so suchten sie einen günstigeren Ort, und fanden ihn in dem nahen Thal, wo schon einer, Asolv mit Namen, den Wald gerodet und urbar gemacht, dorthin erbauten sie nun die Kirche und das Kloster, und nannten es Asolverod. Weil aber die frühere Kirche auf einem Berge gelegen war, so hatte man diesen Georgenberg genannt, und nun nannte man Kirche und Kloster, da beides im Thal lag, [[geo:Georgenthal]], welcher Name bis auf den heutigen Tag blieb, und den alten schon früh verdrängte. Das [[kirche:klostergeorgenthal|Kloster]] wurde mit Mönchen Cisterzienser-Ordens besetzt und überaus reich begabt mit Wäldern, Feldern, Aeckern, Wiesen, Flüssen, Bächen, Höfen und Ortschaften in der Nähe und Ferne, so daß es eines der reichsten des Thüringerlandes war. Sein erster Abt war Eberhard, ein geborner Graf von der Mark, der, seine Sünden zu büßen, erst ein Schweinehirt wurde, und dann in das Kloster Morimont in der Champagne trat, dieser begann die lange Reihe der Aebte zu Georgenthal. //Quellen:// * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]] - [[buch:tss|Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes]], Meiningen und Hildburghausen, 1857, Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung, Band II S. 64-65// ---- {{tag>sagen bechstein tss v2a}}