[[sagen:tss1203|<<< zurück]] | **[[buch:tss|Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes]]** | [[sagen:tss1205|weiter >>>]] ====== Das lied von dem Danheüser ====== Nun will ichs heben an\\ Von dem [[wesen:tannhäuser|Danheüser]] zu singen\\ Vnnd was er hat wunders gethan\\ Mit seyner fraüwen [[gott:venus|Venusinnen]]\\ Danheüser was ein ritter gut\\ Wann er wolt wunder schaüwen\\ Er wollt in frauw Venus bergk\\ Zu andern schönen frawen\\ Herr danheüser jr seyt mir lieb\\ Daran solt jr mir gedencken\\ Ir habt mir eynen eydt geschworen\\ Ir wölt von mir nit wencken\\ Frauw Venus das enthab ich nit\\ Ich wil das widersprechen\\ Wann redt das yemant mehr dann jr\\ Gott helff mirs an jm rechen\\ Herr danheüser wie redt jr nun\\ Ir solt bey mir beleyben\\ Ich will eüch mein gespilen geben\\ Zu eynem steeren weybe\\ Vnnd nem ich nun ein ander weyb\\ Ich hab in meynen sinnen\\ So müst ich in der helle glut\\ Auch ewigklich verbrinnen\\ Ir sagt mir viel von der helle glut\\ Unnd habt es nye empfunden\\ Gedenck an meynen roten mundt\\ Der lachet zu allen stunden\\ Was hilffet mich eüwer rotter mundt\\ Er ist mir gar vnmere\\ Nun gebt mir urlaub freüwlin zart\\ Durch aller fraüwen eren\\ Herr danheüser wölt jr urlaub han\\ Ich wil eüch keynen geben\\ Nun beleybent edler danheüser\\ Vnnd fristet eüwer leben\\ Mein leben das ist worden kranck\\ Ich mag nit lenger beleyben\\ Nun gebt mir urlaub freüwlin zart\\ Von eüwerem stolzem leybe\\ Herr danheüser nu redet also\\ Ir thunt eüch nit wol besinnen\\ So gendt wir in ein kemerlein\\ Vnnd spilen der edlen minne\\ Gebraüch ich nun ein fremdes weyb\\ Ich hab in meynem sinne\\ Frauw Venus edle frauwe zart\\ Ir seyt ein teüfflerinne\\ Herr danheüser was redt jr nun\\ das jr mich gunnet schelten\\ Nun solt jr lenger herinne sein\\ Ir müstent sein dick entgelten\\ Fraüw venus vnd das wil ich nit\\ Ich mag nit lenger bleyben\\ Maria mutter reyne magdt\\ Nun hilff mir von den weyben\\ Herr danheüser jr solt vrlaub han\\ Meyn lob das solt jr preysen\\ Wo jr do in dem landt vmbfarr\\ Nempt vrlaub von dem greysen\\ Do scherdt er wider auf dem bergk\\ In jamer vnd in reüwen\\ Ich wil gen Rom wol in die statt\\ Auff eynes Babstes träuwe\\ Nun far ich frölich wol auff die ban\\ Gott müß sein ymer walten\\ Zu eynem bapst der heyst [[vip:papsturbaniv|Vrban]]\\ Ob er mich möcht behalten\\ Ach bapst lieber herre mein\\ Ich klag eüch meyne sünde\\ Die ich meine tag begangen hab\\ Als ich eüch wil verkünden\\ Ich bis gewessen auch ein jar\\ Bey venus eyner frauwen\\ So wolt ich beycht und buß empfahen\\ Ob ich möcht got anschauwen\\ Der bapst her ein stäblein in d'hant\\ Das was sich also dürre\\ Als wenig es gegrünen mag\\ Kumbst du zu gottes hulde\\ Nun solt ich leben nur ein jar\\ Eyn jar auff diesser erden\\ So wolt ich beicht vnd buß empfahen\\ Vnnd gottes trost erwerben\\ Do zoch er wider auß der statt\\ In jamer vnd in leyden\\ Maria mutter reyne magdt\\ Muß ich nun von dir scheyden\\ Er zoch do wider in den berck\\ Vnnd ewiglich on ende\\ Ich wil zu Venus meiner frawen zart\\ Wo mich got wil hyn sende\\ Seyt got wilkumen danheüser\\ Ich hab eüwer lang emboren\\ Seyt wilkumen mein lieber herr\\ Zu eynem bulen außerkoren\\ Das weter biß an den dritten tag\\ Der stab hub an zu grunen\\ Der bapst schicket auß in alle lande\\ Wo der danheüser wet hyn kumen\\ Do was er wider in dem bergk\\ Vnnd het sein lieb erkoren\\ Des must der vierde bapst Vrban\\ Auch ewiglich sein verloren.((Dieß Gedicht ist mitgetheilt nach einem alten Druck ohne Ort und Jahrzahl den ich besitze. D. H. (Anm. Sagenwiki: D.H.= der Herausgeber) )) //Quelle: [[autor:bechstein|LudwigBechstein]] - [[buch:tss|Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes]], Meiningen und Hildburghausen, 1857, Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung, Band I S. 141-145// ---- {{tag>sagen bechstein tss thüringen v2a}}