[[sagen:tsb263|<<< zurück]] | **[[buch:tsb|Thüringer Sagenbuch]]** | [[sagen:tsb265|weiter >>>]] ====== Der Klosterpropst ====== Zu [[geo:Ebersgrün]] blühte vor Zeiten ein Kloster. Als die [[zeit:Reformation]] im Lande Boden gewann, und die Mönche alle sich geneigt zeigten, die neue Lehre anzunehmen, hing ihr allein noch der alte Propst fest an, und wollte zum mindesten seiner Kirche den Klosterschatz retten. Er packte daher Heiligthümer, Altargeräthe und Meßgewande in einen Bündel, und machte sich damit auf und davon, allein er kam damit gar nicht weit, sondern noch im Bereiche der Klostermauer trat ihm der [[wesen:spukmönch|Geist eines Mönchs]] entgegen, der ihn mit schrecklich drohender Gebehrde aufhielt. Dieser hatte als Mönch auch einmal das Kloster bestohlen, und war verdammt, so lange als Wächter des Klostergutes zu wandern, bis er einen ähnlichen Dieb aufhalten würde. Er nahm jenem den Schatz ab, und versank mit demselben in die Erde. Den Propst fanden die Mönche im sterben. Er beichtete noch seine Schuld und verschied, ehe er die Absolution empfangen. Seit dem sah man ihn ängstlich durch die Gewölbe wandeln, mit dem Bündel beladen, darin die Kirchengeräthe von Gold und Silber klirrten, und schwer ächzte er unter seiner Bürde. //Quelle:// * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]] - [[buch:tsb|Thüringer Sagenbuch]], Wien und Leipzig, C. A. Hartlebens Verlags-Expedition, 1858// ---- {{tag>sagen bechstein tsb thüringen ebersgrün reformation schatz spukmönch mönch dieb sterben v2}}