[[sagen:tsb133|<<< zurück]] | **[[buch:tsb|Thüringer Sagenbuch]]** | [[sagen:tsb135|weiter >>>]] ====== Hexen-Steinbach ====== Zu [[geo:steinbachbadliebenstein|Steinbach]] bei [[geo:badliebenstein|Liebenstein]] hat es vor Zeiten gar arg viele [[wesen:hexe|Hexenleute]] gegeben, daher dieser Sachsen-Meiningische Ort zum Unterschiede von dem hessischen [[geo:steinbachhallenberg|Steinbach unter Hallenberg]] – Hexensteinbach genannt wurde. Doch gab es nicht allein zu Steinbach Hexen, sondern auch zu [[geo:Schweina]] und [[geo:Gumpelstadt]], in der [[geo:ruhla|Ruhl]], zu Winterstein und in [[geo:Brotterode]], um den [[region:inselsberg|Inselberg]] her, auch zu [[geo:hergeshallenberg|Herges]], das nach [[geo:Schmalkalden]] zu liegt. In der Nähe von Steinberg ist ein Berg gelegen, welcher der Lobberg heißt, weil auf selbigem Berge „zum Lobe Gottes“ die Hexen verbrannt wurden. Droben ist ein Fleck, auf dem nie ein Gras wächst, das ist der Hexenplatz, dann ist noch ein Platz in der Nähe, auf dem haben die Steinbacher Hexen ihre Tänze gehalten, und sich dem [[wesen:Teufel]] gelobt. Die Schweinaer Hexen hielten ihre Tänze im sogenannten Hofgarten, der deshalb auch noch bis heute der Teufelsgarten heißt. Die großen Hexenfahrten aber geschahen zu den drei heiligen Zeiten auf den Inselsberg, oder auf Hochflächen in dessen Nähe, so namentlich zum Ketzersrasen, auf dem die weit sichtbare Tanzbuche steht, die ihren Namen nur den Hexentänzen dankt. Auf den allerschlechtesten Wegen, wo selbst ein Wagen von Eisen Gefahr laufen würde, zu zerbrechen, und auf den gefährlichsten Bergabhängen läßt die Sage die Hexen in gläsernen Kutschen fahren. In der Ruhl erblickt man bisweilen eine gläserne Kutsche, in dieser sitzen Hexen, die der Teufel spatzieren fährt. Kommt man der Kutsche nahe, so verschwindet sie plötzlich. Bei Steinbach fahren sie durch den Hohlweg des Schäferbergs, der weniger als ein Weg ist, und am Steiger. Die gläserne Hexenkutsche ist mit 6 Ziegenböcken, des Teufels Lieblingsvieh, bespannt, oder mit sechs Rappen ohne Kopf, der auch dem Kutscher fehlt. Manche sagen, daß in der einen Steinbacher Kutsche eine verwünschte Prinzessin fahre. //Quelle:// * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]] - [[buch:tsb|Thüringer Sagenbuch]], Wien und Leipzig, C. A. Hartlebens Verlags-Expedition, 1858// ---- {{tag>sagen bechstein tsb thüringen steinbachbadliebenstein steinbachhallenberg hergeshallenberg brotterode gumpelstadt schweina ruhla hexe teufel tanz tanzplatz buche kutsche verbrennen inselsberg prinzessin erlösung v2}}