[[sagen:tsb077|<<< zurück]] | **[[buch:tsb|Thüringer Sagenbuch]]** | [[sagen:tsb079|weiter >>>]] ====== Das lied von dem Danheüser ====== Nun will ichs heben an\\ Von dem [[wesen:tannhäuser|Danheüser]] zu singen\\ Vnnd was er hat wunders gethan\\ Mit seyner [[gott:venus|fraüwen Venusinnen]]\\ Danheüser was ein ritter gut\\ Wann er wolt wunder schaüwen\\ Er wollt in frauw Venus bergk\\ Zu andern schönen frawen\\ Herr danheüser jr seyt mir lieb\\ Daran solt jr mir gedencken\\ Ir habt mir eynen eydt geschworen\\ Ir wölt von mir nit wencken\\ Frauw Venus das enthab ich nit\\ Ich wil das widersprechen\\ Wann redt das yemant mehr dann jr\\ Gott helff mirs an jm rechen\\ Herr danheüser wie redt jr nun\\ Ir solt bey mir beleyben\\ Ich wil eüch mein gespilen geben\\ Zu eynem steeten weybe\\ Vnnd nem ich nun ein ander weyb\\ Ich hab in meynen sinnen\\ So müst ich in der helle glut\\ Auch ewigklich verbrinnen\\ Ir sagt mir viel von der helle glut\\ Unnd habt es nye empfunden\\ Gedenck an meynen roten mundt\\ Der lachet zu allen stunden\\ Was hilffet mich eüwer rotter mundt\\ Er ist mir gar vnmere\\ Nun gebt mir vrlaub freüwlin zart\\ Durch aller fraüwen eren\\ Herr danheüser wölt jr vrlaub han\\ Ich wil eüch keynen geben\\ Nun beleybent edler danheüser\\ Vnnd fristet eüwer leben\\ Mein leben das ist worden kranck\\ Ich mag nit lenger beleyben\\ Nun gebt mir vrlaub freüwlein zart\\ Von eüwerem stoltzem leybe\\ Herr danheüser nit redet also\\ Ir thunt eüch nit wol besinnen\\ So gendt wir in ein kemerlein\\ Vnnd spielen der edlen minne\\ Gebraüch ich nun ein fremdes weyb\\ Ich hab in meynem sinne\\ Frauw Venus edle frauwe zart\\ Ir seyt ein teüfflerinne\\ Herr danheüser was redt jr nun\\ Das jr mich gunnet schelten\\ Nun solt jr lenger herinne sein\\ Ir müstent sein dick entgelten\\ Fraüw Venus vnd das wil ich nit\\ Ich mag nit lenger bleyben\\ Maria mutter reyne magdt\\ Nun hilff mir von den weyben\\ Herr danheüser jr solt vrlaüb han\\ Meyn lob das solt jr preysen\\ Wo jr do in dem landt vmbfart\\ Nempt vrlaüb von dem greysen\\ Do scheydt er wider auß dem bergk\\ In jamer vnd in reüwen\\ Ich wil gen [[geo:Rom]] wol in die statt\\ Auff eynes Babstes träuwe\\ Nun far ich frölich wol auff die ban\\ Gott müß sein ymmer walten\\ Zu eynem bapst der heyst [[vip:papsturbaniv|Vrban]]\\ Ob er mich möcht behalten\\ Ach bapst lieber herre mein\\ Ich klag eüch meyne sünde\\ Die ich meine tag begangen hab\\ Als ich eüch wil verkünden\\ Ich bin gewessen auch ein jar\\ Bey Venus eyner frauwen\\ So wolt ich beycht und buß empfahen\\ Ob ich möcht got anschauwen\\ Der bapst het ein stäblein in d’hant\\ Das was sich also dürre\\ Als wenig es gegrünen mag\\ Kumbst du zu gottes hulde\\ Nun solt ich leben nur ein jar\\ Eyn jar auff diesser erden\\ So wolt ich beicht vnd buß empfahen\\ Vnnd gottes trost erwerben\\ Do zoch er wider auß der statt\\ In jammer vnd in leyden\\ Maria mutter reyne magdt\\ Muß ich nun von dir scheyden\\ Er zoch do wider in den berck\\ Vnnd ewiglich on ende\\ Ich wil zu Venus meiner frawen zart\\ Wo mich got wil hyn sende\\ Seyt got wilkummen danheüser\\ Ich hab eüwer lang emboren\\ Seyt wilkummen mein lieber herr\\ Zu eynem bulen außerkoren\\ Das weret bis an den dritten tag\\ Der stab hub an zu grunen\\ Der bapst schicket auß in alle lande\\ Wo der danheüser wer hyn kummen\\ Do was er wider in dem bergk\\ Vnnd het sein lieb erkoren\\ Des must der vierde bapst Vrban\\ Auch ewigklich sein verloren\\ //Quelle:// * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]] - [[buch:tsb|Thüringer Sagenbuch]], Wien und Leipzig, C. A. Hartlebens Verlags-Expedition, 1858// ---- {{tag>sagen bechstein tsb v2a}}