[[sagen:satc009|<<< zurück]] | **[[capitel:sat-c|Sagen aus Thüringen II - Geschichtliche Sagen]]** | [[sagen:satc011|weiter >>>]] ====== Elisabeth's Demuth ====== Dür. Chron. Cap. 430. Als die [[vip:elisabethvonthueringen|heilige Elisabeth]] mit ihrem Friedel, dem [[vip:ludwigivthueringen|Landgrafen Ludwig]], Hochzeit gehabt hatte und in den Stand der Ehe getreten war, vergaß sie, wie lieb sie auch ihren Herrn hatte, doch Gottes Liebe und seines Dienstes niemals. Denn alle Nächte stand sie auf, fiel vor ihrem Bette nieder auf ihre Knie und lag da in ihrem innigen Gebete. Und das licß der tugendsame Landgraf gern geschehen. Unter ihren schönen Kleidern trug sie stätlich ein hären Hemde. Gott that ihr Gnade, daß sie in ihrem ehelichen Leben mit dem Landgrafen Ludwig drei Kinder gewann. Sie gebar einen Sohn, der hieß [[vip:hermanniithueringen|Hermann]], der ward ein Landgraf zu Thüringen nach seines Vaters Tode; und darnach eine [[vip:sophievonbrabant|Tochter]], die nahm der Herzog von Brabant, und dann noch eine Tochter, die blieb eine Jungfrau und kam in das Kloster zu Aldenburg, da ward sie eine Aebtissin. Die heilige Elisabeth übte sich auch ohne Unterlaß in den Werken der Barmherzigkeit. Sie reinigte der armen Leute Kleider, sie nähete und machte sie ihnen zurecht, heilte die Kranken und erfüllte ihnen alle ihre Nothdurft und Gebrechen, wo sie nur konnte. Zu einer Zeit hatte ihr [[vip:andreasiiungarn|Vater]] aus [[land:Ungarn]] eine Botschaft zu ihr gethan und seine ehrbaren Ritter kamen auf die [[burg:Wartburg]]. Da sprach zu ihr der Landgraf: „Ach, liebe Schwester, nun schäme ich mich gar sehr, daß du vor diesen Gästen also ärmlich gehen sollst mit deinen Kleidern und dich mit armen Leuten so sehr bekümmerst, daß du darüber dich selber vergißest." Darauf antwortete sie: "Lieber Herr und Bruder, ich habe den Vorsatz und festen Willen, niemals mit Kleidern zu prunken und mir ein vornehmes Ansehen zu geben.“ Als sie aber vor die Gäste trat, da erschienen ihre Kleider so schön, daß alle Leute darüber staunten und Landgraf Ludwig in große Freude und Verwunderung versetzt ward. //Quellen:// * //[[autor:Witzschel|Dr. August Witzschel]]: [[buch:sat|Sagen aus Thüringen]]. Meersburg und Leipzig 1930// ---- {{tag>sagen witzschel sat thüringen elisabethvonthueringen ludwigivthueringen andreasiiungarn hermanniithueringen sophievonbrabant wartburg hochzeit heilung gebet v2}}