[[sagen:sagenschwaben371|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:sagenschwaben13|Kapitel 13]]** | [[sagen:sagenschwaben372b|nächste Sage >>>]] ====== Die sieben Knaben 1.Sage ====== Eine mündliche Überlieferung aus Mühlhausen Bei Mühlhausen (im Oberamt Spaichingen) stand ehedem ein Schloss auf einem hohen Berg, den man jetzt den Burgrain nennt. Daselbst soll seit alter Zeit eine Frau »geisten«. Die hatte nämlich sieben Knaben auf einmal geboren, und da ihr Mann gerade abwesend war und sie die vielen Kinder ihm zu verheimlichen wünschte, so übergab sie alle bis auf eins der Magd, dass sie dieselben in dem Brunnen im Tal, der noch heute der Kindlestalbrunnen heißt, ersäufen sollte. Wenn sie aber von jemand befragt werde, was sie da habe, so möge sie nur antworten, sie müsse junge Hunde ersäufen. Da geschah es, dass der Ritter, der eben von der Jagd heimkehrte, der Magd begegnete und sie fragte, was sie da im Korb trage und wo sie hin wolle. Und als sie sagte, dass sie junge Hunde ertränken solle, so wollte der Ritter die Hündlein sehen und nötigte die Magd so lange, bis sie ihm den Korb aufmachte und ihm alsdann alles gestand. Darauf begab sich der Ritter zurück in das Schloss, trat in das Zimmer seiner Frau und fragte sie: »Was für eine Strafe verdient doch ein Weib, das ihre eigenen Kinder ersäufen lässt?« »Die verdient«, sagte sie, »dass man sie in Öl siede.« »So hast du selbst dein Urteil dir gesprochen!« sagte der Mann und ließ auch sogleich diese Strafe an seiner Frau vollziehen. //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852// ---- {{tag>sagen ernstmeier sagenschwaben schwaben v0}}