[[sagen:sagenschwaben306d|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:sagenschwaben11|Kapitel 11]]** | [[sagen:sagenschwaben307|nächste Sage >>>]] ====== Die Untergänger 5.Sage ====== Eine schriftliche Überlieferung vom Heuberg Ein Knecht aus Stetten am kalten Markt musste öfters während der Nacht an einer nahegelegenen Kapelle vorbei. Da sah er jedes Mal einige Hundert Schritt hinter der Kapelle jemanden auf einem Markstein sitzen und fragte wegen dieser Erscheinung einen Geistlichen um Rat. Dieser gab ihm die Weisung, den Mann einmal anzureden und zu fragen, wer er denn sei und was er da zu schaffen habe. Das tat der Knecht, worauf der Mann ihm sagte, er müsse diesen Stein hüten, weil er während seines Lebens verschiedene Marksteine verrückt habe. Er werde aber erlöst werden, sobald ihn jemand in die Kapelle trage. Hierauf ließ sich der Knecht mit den Sterbesakramenten versehen, um den Geist zu erlösen. Als er zu ihm kam, sagte derselbe: »Ich werde immer schwerer werden, je näher du der Kapelle kommst. Lass dich dadurch aber ja nicht entmutigen, sonst bist du verloren!« Alsdann nahm er den Geist auf seinen Rücken, und obwohl derselbe bei jedem Schritt schwerer wurde, sodass er schon meinte, er könne die Last nicht mehr tragen, so brachte er ihn dennoch zuletzt glücklich in die Kapelle. Nach drei Tagen aber starb der Knecht. //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852// ---- {{tag>sagen ernstmeier sagenschwaben schwaben v0}}