[[sagen:sagenschwaben300b|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:sagenschwaben11|Kapitel 11]]** | [[sagen:sagenschwaben302|nächste Sage >>>]] ====== Die umgehende Haushälterin ====== Eine mündliche Überlieferung aus Wurmlingen Ein früherer »Pater Statthalter« auf dem Ammerhof bei [[geo:Tübingen]] hatte eine sehr geizige Haushälterin, die niemanden ein Almosen geben mochte. Kamen arme Leute zu ihr und baten sie um etwas zu essen oder um eine Schale Milch, so sagte sie immer, sie habe gar nichts übrig, und schüttete dann alles übrig gebliebene Essen sowie die übrige Milch den Schweinen in den Trog. Auch gestand sie, dass sie gar keinen armen Menschen sehen könne. Zur Strafe für diese Hartherzigkeit schwebte sie lange Zeit nach ihrem Tod als feuriger Geist des Nachts im Ammertal herum und musste auf dem Ammerhof beständig den Saukübel umrühren. Am häufigsten sah man sie als Licht bei der Ohnnot (Aunaut), einer Schutzhütte bei Gewitter. Weil sie aber den Ammerhof sehr beunruhigte, so hat sie endlich ein Geistlicher fortbeschworen. //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852// ---- {{tag>sagen ernstmeier sagenschwaben schwabenv tübingen strafe ruhelos feuermann geiz v2}}