[[sagen:sagenschwaben256a|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:sagenschwaben07|Kapitel 7]]** | [[sagen:sagenschwaben256c|nächste Sage >>>]] ====== Sagen vom Regenbogen 2.Sage ====== Eine mündliche Überlieferung aus Derendingen Ein Regenbogen stellt sich immer mit beiden Endpunkten, welche die Erde berühren, über zwei Gewässer und schöpft daraus mit zwei großen, goldenen Schüsseln. Deshalb hält der Regen noch drei Tage lang an, wenn ein Regenbogen am Himmel erscheint, indem das geschöpfte Wasser wieder herabfallen muss. Wer zu rechter Zeit an eine solche Stelle kommt, wo der Regenbogen trinkt, kann ihm die goldene Schüssel, in welcher alle Regenbogenfarben zu sehen sind, abnehmen. Ist aber niemand da, so nimmt er selbst sie alle beide wieder mit in die Höhe. Andere sagen, der Regenbogen lasse jedes Mal eine Schüssel fallen, wie dies im Marktgässle zu Reutlingen einmal geschehen ist. Die Schüssel zersprang zwar in mehrere Stücke, der Finder aber bekam noch hundert Gulden dafür. In der Umgegend von Tübingen sieht man zuweilen die Leute nach dem Ende des Regenbogens, das ihnen am nächsten ist und das über dem Neckar oder über der Steinlach zu stehen scheint, eiligst hinlaufen, um eine goldene Schüssel in Empfang zu nehmen. //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852// ---- {{tag>sagen ernstmeier sagenschwaben schwaben regenbogen v0}}