[[sagen:sagenschwaben184|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:sagenschwaben04|Kapitel 4]]** | [[sagen:sagenschwaben186|nächste Sage >>>]] ====== Die Katzentaufe ====== Mündlich aus Wurmlingen und Derendingen Auf einem Dorfe in der Umgegend von Rotenburg waren einmal mehre Mädchen in einer Lichtstube versammelt, um zu spinnen. Da trieben sie allerlei Thorheit mit einander und kamen endlich auch auf den gottlosen Gedanken, daß sie eine Katze taufen wollten, und führten das auch aus, grade so wie man sonst ein Kind tauft. Kaum aber waren sie damit fertig, so klopfte es an der Thür, und weil Niemand "herein!" zu sagen wagte, so rief alsbald eine Stimme draußen: "diejenige, welche die Katze getauft habe, solle herauskommen!" Diese aber weigerte sich und wollte nicht gehen, obwohl die Stimme zum zweiten und dann zum dritten Male sich hören ließ. Da entsetzten sich aber alle Anwesenden so sehr, daß sie die Katzentäuferin mit Gewalt zur Thür hinausschoben, worauf sie der Teufel auf der Stelle erwürgte. Nach einer andern Erzählung verlangte der Teufel die beiden Paten der Katze; als die aber nicht hinaus wollten, so kam der Teufel selbst herein, nahm sie und flog mit ihnen auf und davon durch die Luft, daß man nichts wieder von ihnen gesehen hat. //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852// ---- {{tag>sagen ernstmeier sagenschwaben schwaben v0}}