[[sagen:sagenschwaben137a|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:sagenschwaben03|Kapitel 3]]** | [[sagen:sagenschwaben138|nächste Sage >>>]] ====== Das versunkene Heer 2 ====== Eine mündliche Überlieferung von einem Weber ans Wurmlingen, der mehrere Jahre lang im Elsass gearbeitet hatte Einst kam die Tochter eines Bäckers aus Ruffach über das Ochsenfeld und trug einen Korb voll weißes Brot , das sie im nächsten Dorf verkaufen sollte. Da ritt ein Soldat auf einem Schimmel zu ihr her und sagte ihr, sie möge doch mit ihm gehen. Er wolle sie an einen Ort führen , wo man ihr das Brot sogleich abkaufe und gut bezahle. Das Mädchen war bereit dazu und folgte dem Reiter in einen unterirdischen Gang und kam durch denselben in ein weites unterirdisches Heerlager. Da war es ganz voll von Soldaten, die alle fest schliefen und große lange Bärte hatten. Hier kaufte man nun dem Mädchen das Brot ab und bezahlte es reichlich, und sagte ihr, sie solle doch jeden Tag so viel Brot hierher bringen und solle jedes Mal gut bezahlt werden, was sie denn auch gern versprach. Das Mädchen trug nun mehrere Jahre lang das Brot in dies unterirdische Heerlager, und der Bäcker wurde bald dadurch ein reicher Mann. Da geschah es, dass das Mädchen einmal krank ward und das Brot nicht mehr austragen konnte. Sie wollte deshalb einen ihrer Brüder damit fortschicken und beschrieb ihm genau den Platz, wo er hingehen müsse. Dort, sagte sie, werde sich eine Tür vor ihm auftun und die werde ihn schon in das Lager führen. Der Bub ging nun zwar hin und fand auch richtig den Platz, allein eine Tür wollte sich ihm nicht auftun, sodass er sein Brot wieder mit nach Hause bringen musste. Das Mädchen starb bald darauf, und seitdem ist niemand wieder in das unterirdische Heerlager gekommen. //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852// ---- {{tag>sagen ernstmeier sagenschwaben schwaben v0}}