[[sagen:sagenschwaben130b|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:sagenschwaben03|Kapitel 3]]** | [[sagen:sagenschwaben131b|nächste Sage >>>]] ====== Der wilde Jäger 1 ====== Eine mündliche Überlieferung aus der Gegend von Calw Im vorderen Schwarzwald lässt sich der wilde Jäger besonders in den Adventsnächten hören, indem er beständig Holz anschlägt. Die Forstleute tun dies sonst mit einem Hammer, der ein bestimmtes Zeichen hat, welches sie an alle Bäume, die gefällt werden sollen, einhauen. Grad so hört man den wilden Jäger dann im Wald klopfen, und zwar bald hier, bald da, in ganz entgegengesetzter Richtung, indem er blitzschnell von einem Punkt zum anderen eilt. Auch die, welche ihm jagen helfen, klopfen an die Bäume wie beim Holzanschlagen. Außerdem folgt ihm immer eine Schar bellender Hunde. Ein Schullehrer verirrte sich einst in einem Wald, in welchem der wilde Jäger seinen Spuk trieb. Als er endlich aus dem Wald ins Freie gelangte, verfolgte ihn ein Reiter, der bald so nah hinter ihm war, dass er nur schnell zur Seite sprang, weil er besorgt war, der Mann zu Pferde werde ihn sonst überreiten. Doch da däuchte ihm der Reiter auf einmal wieder weit hinten zu sein. So kam der Schullehrer endlich zu einer Frau, die sich gleichfalls beklagte, dass ein Reiter sie beständig habe umreiten wollen. Während sie aber so miteinander noch sprachen, war der Reiter, der niemand anders als der wilde Jäger war, plötzlich verschwunden. //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852// ---- {{tag>sagen ernstmeier sagenschwaben schwaben v0}}