[[sagen:sagenbuchpreussen1-220|<<< zurück]] | **[[capitel:sagenbuchpreussenmarken|Sagenbuch des Preussischen Staates - Die Marken]]** | [[sagen:sagenbuchpreussen1-222|weiter >>>]] ====== Die Isen-Schnibbe bei Gardelegen ====== Nach Beckmann Th. V. Bd. I. Cap. IV. S. 70. Nahe bei der Stadt [[geo:Gardelegen]] an der Milde liegt ein festes Haus, die [[burg:Isenschnibbe|Isernschnibbe oder die Isenschnibbe]] genannt. Dasselbe soll schon von dem römischen Feldherrn [[vip:Drusus]] herstammen, der dort einen Tempel zu Ehren der Göttin [[gott:Isis]], darin deren Bildniß gestanden, und darauf ein festes Schloß dahin soll gebauet haben. Von der Göttin hat es zuerst Isisburg oder Isenburg geheißen. Als aber hernach die [[volk:sorben|Wenden]] das Schloß hart belagert und es nicht eingenommen, sondern manche Schnappe (d.h. Schlappe) davor bekommen, auch endlich unverrichteter Sachen haben abziehen müssen, da haben sie gesagt, das sei eine wahre Isenschnibbe, woher es diesen Namen behalten. Wahrscheinlich aber kommt der Name von dem Worte Schnibbe, d.h. der zugespitzte Theil eines Dinges, z.B. der zugespitzte Theil am Kopfzierrath, welchen die Frauen vor alten Zeiten vor der Stirne trugen, her, weil jener Ort auf der Spitze vor Gardelegen liegt, wo die dortigen kleinen Flüsse mit der Milde zusammentreffen. //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 200// ---- {{tag>sagen graesse sagenbuchpreussen1 altmark Gardelegen Isenschnibbe milde drusus belagerung götze tempel isis sorben v2}}