[[sagen:sagenbuchpreussen1-206|<<< zurück]] | **[[capitel:sagenbuchpreussenmarken|Sagenbuch des Preussischen Staates - Die Marken]]** | [[sagen:sagenbuchpreussen1-208|weiter >>>]] ====== Der Altmarkstädte Namen und Ruhm ====== Nach Temme S. 51 etc. Ueber die Namen und die Eigenschaften der 7 hauptsächlichsten Städte der [[region:Altmark]] existirt ein Volksreim, der lautet also: De [[geo:stendal|Stendaler]] drinken gerne Win,\\ De Gardeleger wöllen Junker sin,\\ De [[geo:tangermünde|Tangermünder]] hebben den Moth,\\ De [[geo:salzwedel|Soltwedler]] hebben det Goth,\\ De [[geo:seehausen|Seehuser]] dort sin Ebentur (Abenteurer),\\ De Werbner geben den Weiten dhur (den Weizen theuer).\\ De Osterburger wollen sich reken\\ Und deden den Bullen vor den Bären steken.\\ Diese Verse beziehen sich darauf, daß die Stendaler Weinbau treiben, die Gardeleger als stolz gelten, die Tangermünder muthig in den Fehden ihres Fürsten stritten, die Salzwedeler als Einwohner einer Hansestadt durch Handel reichtum wurden; den Seehausern ward nachgesagt, sie hätten sich sehr gern auf die See begeben und die Inseln der Glückseligkeit gesucht, aber nicht gefunden, die Werbner benutzten die Fruchtbarkeit ihrer Gegend »in der Wische« genannt zu lebhaftem Getreidehandel, von den Osterburgern aber erzählt sich das Volk, sie hätten einmal eine Heerde Ochsen, die nach der Stadt zu kamen, für Bären angesehen und sich gegen sie mit Spießen, Mistgabeln und Stangen gerüstet und selbige damit abtreiben wollen. //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 192// ---- {{tag>sagen graesse sagenbuchpreussen1 v2a}}