[[sagen:sagenbuchlausitzII-103b|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:hauptortssagen|Dritte Abtheilung: Ortssagen]]** | [[sagen:sagenbuchlausitzII-105|nächste Sage >>>]] ====== Der Eigen ====== Frenzel, hist. eccl. Schonav. S. 1. msc. Sing. Lus. VIII. S. 489. N. L. Mag. VIII. 387. Der Landstrich in der [[region:Oberlausitz]], welcher das Städtlein [[geo:bernstadteigen|Bernstadt]] und die Dörfer Alt - Bernsdorf, [[geo:schönaueigen|Schönau]], [[geo:dittersbacheigen|Dittersbach]], Ober- und Nieder-Kießdorf, Cunnersdorf und Neundorf mit dem Nonnenwalde umfaßt, heißt bis auf diesen Tag noch der [[region:Eigen]]. Die Einwohner dieses Kreises sagen, daß sie von ihren Vorältern darüber Folgendes überliefert erhalten haben. Um das Jahr Christi 1320 wohnte der Besitzer aller dieser Güter, ein Herr [[familie:vonbiberstein|von Biberstein]], auf dem schönen Hutberge in einem prächtigen Schlosse mit seiner frommen und züchtigen Gemahlin, einer Schwester der damaligen Aebtissin des Klosters [[kirche:sanktmarienstern|Marienstern]]. Obwohl er aber an allen Erdengütern Ueberfluß hatte, so wurde ihm doch von Gott das Geschenk eines Leibeserben versagt. Darum vermachte er Alles, was er besaß, dem Kloster, dergestalt daß die Aebtissin, seine Schwägerin, es, so lange sie lebe, eigenthümlich besitzen solle. Andere verstehen es auch so, daß er es der genannten Aebtissin als ihr Eigenthum vermacht und diese es dann dem Kloster hinterlassen habe. Genug von da an wurden diese Güter „der Aebtissin Eigen“, oder kurzweg „der Eigen“ genannt. Worbs giebt eine andere Ursache der Benennung an und hält die Geschichte für eine Fabel. //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// ---- {{tag>sagen karlhaupt sagenbuchderlausitz2 oberlausitz eigen vonbiberstein bernstadteigen kloster Aebtissin sanktmarienstern marienstern ortssagen 1320 erbe v2}}