[[sagen:oberharz151|<<< zurück]] | **[[capitel:lerbacher_sagen|Lerbacher Sagen]]** | [[sagen:oberharz153|weiter >>>]] ====== Der Jägerbursche und die Jungfrau ====== In der Gegend von [[geo:lerbachharz|Lerbach]] nach Mitternacht zu winkte einem Jägerburschen eine Jungfrau ihr zu folgen in einen Berg. Sie deutete in demselben auf einen Sarg, ohne zu reden. Er faßte nun an den Henkel, um den Sarg umzustoßen, doch dieser war so schwer, daß der Henkel abbrach. Hierauf entstand in dem Berge ein großes Getöse und der Jägerbursche entfloh, hat auch später an der Stelle die Oeffnung nicht mehr gefunden. Hätte er den Deckel geöffnet, anstatt den Sarg umstoßen zu wollen, so wäre es gewiß zu seinem Glücke gewesen und würde ihm die Jungfrau schon weitere Zeichen gegeben haben, wie er sie hätte erlösen sollen, indem wahrscheinlich in dem Sarge eine Schlange oder ein anderes Thier gelegen hat, worin die Jungfrau verwünscht gewesen ist. Auch ist es schon vorgekommen, daß Soldaten sich haben in solche Särge hineinlegen müssen, um dadurch zu erlösen. – Der Jägerbursche ist jetzt Förster im Elbingerödischen und bewahrt den Sarghenkel noch immer zum Andenken; es ist ihm schon viel Geld dafür geboten, er gibt ihn aber nicht her. //Quellen:// * //[[buch:sagenoberharz|Sagen des Ober-Harzes und der Gegend von Harzburg und Goslar bis zur Grafschaft Hohenstein und bis Nordhausen]], gesammelt und mit Anmerkungen herausgegeben von [[autor:proehle|Dr. Heinrich Pröhle.]], 1853, Brockhaus Leipzig;// ---- {{tag>sagen proehle sagenoberharz harz lerbachharz jungfrau sarg jäger erlösung v2}}