[[sagen:juelichervolkskundeinde254|<<< zurück]] | **[[buch:juelichervolkskundeinde|Zur Volkskunde des Jülicher Landes, Sagen aus dem Indegebiet]]** | [[sagen:juelichervolkskundeinde256|weiter >>>]] ====== Der ewige Jude ====== Mündlich Herr Johann Schüller aus [[geo:Gressenich]] erzählt: [[vip:Jesus]] kam auf seinem Leidensweg mit dem Kreuze an das Haus eines Juden und konnte nicht mehr weiter. Er wollte ausruhen, der Jude aber wollte es nicht zulassen und trieb ihn weg. Da sprach der Herr: „Ich soll ruhen, und du sollst wandern bis zum Ende der Welt.“ Darauf erwiderten der Jude: „Herr, laß mir die Zeit nicht zu lang werden.“ So muß der Jude seitdem wandern, nimmer darf er ruhen. Herr B. Kremer erzählte, daß er folgende Sage in seiner Jugend in [[geo:Niedermerz]] gehört: Jesus wollte mit seinem Kreuze vor dem Hause eines [[volk:Juden]] Rast machen, was dieser aber nicht duldete. Da sagte Jesus zu ihm: „Du sollst jonn, on ich soll stonn“, und sofort machte sich der Jude auf und lief davon. Er soll bis zum jüngste Tage wandern ohne Rast und Ruh'. Man will ihn auch durch die hiesigen Wälder, zu einem Skelett abgemagert, einem Schatten gleich, mit einem riesigen Bonapartshute auf dem Kopfe, hastig eilend gesehen haben. //Quelle: [[autor:HeinrichHoffmann|Heinrich Hoffmann]] [[buch:juelichervolkskundeinde|Zur Volkskunde des Jülicher Landes, Sagen aus dem Indegebiet]], 1914, Nr. 255// ---- {{tag>sagen heinrichhoffmann juelichervolkskundeinde eifel gressenich jesus fluch juden ewigerjude niedermerz v2}}