[[sagen:hsw277|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:hsw|Hessische Sagen]]** | [[text:hsw-anmerkungen|Anmerkungen >>>]] ====== Maria Einsiedel bei Gernsheim ====== Mündlich Im Walde bei Gernsheim wuchs vor Zeiten nahe bei einer großen Waldwiese ein großer Hollunderbusch, bei dem ein Hirt seine Schafe zu weiden pflegte. Eines Tags, als er einen Zweig von dem Busch abschneiden wollte, entdeckte er in demselben ein Bild der schmerzhaften Mutter, welche den Leichnam des Heilands auf ihrem Schooß hält. Er zog es heraus und setzte es in sein Hirtenhäuschen, aber am folgenden Morgen stand es wieder im Walde. Dieß geschah zu wiederholten Malen. Als der Hirt dieß weiter erzählte, kamen Alle, welche es hörten, hinzu und wollten das Bild sehen und bei ihm beten. Aus den Opfern, welche sie brachten, wurde an der Stelle ein kleines Kapellchen gebaut und der Hochaltar über des Hollunderbusches Wurzeln errichtet. Später vergrößerte man die Kapelle zu dem jetzigen Kirchlein, auf dessen Hochaltar das alte Bild, welches der Hirt gefunden, in einem gläsernen Kasten noch aufbewahrt wird. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:hsw|Hessische Sagen]], Leipzig, 1853// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf hsw gernsheim v0}}