[[sagen:hsw276|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:hsw|Hessische Sagen]]** | [[sagen:hsw278|nächste Sage >>>]] ====== Des Rodensteiners Rettung ====== Mündlich Im Walde zwischen Dieburg und Richen liegt eine Stelle wo früher eine Kapelle stand. Diese verdankte ihr Entstehen folgender Begebenheit. Vor viel hundert Jahren ritt ein Ritter von Rodenstein durch den Wald, um zu jagen. Es war ein Herr sehr zornigen und rauhen Gemüthes, besonders gegen seine Unterthanen, der aber der Muttergottes von Herzen ergeben war und jeden Tag sie mit drei Ave grüßte. Er hatte nur einen Knappen und seine Hunde bei sich, denn er versah sich nichts Böses. Da stürzten plötzlich mehre Kerle aus dem Gebüsch, sprangen seinem Roß in die Zügel und suchten ihn herunter zu reißen. Vergebens vertheidigte er sich, er lag bald an der Erde und sein Tod schien sicher, als plötzlich die Mörder die Flucht ergriffen. Erstaunt schaute der so wunderbar Befreite um sich, da stand hinter ihm die heilige Muttergottes in blendend weißem Gewand. Er sank auf die Kniee vor ihr, dankbar für seine Rettung, da ermahnte sie ihn, daß er als Beweis seines Dankes sich größerer Milde gegen seine Untergebenen befleißen solle. Das that er und stiftete außerdem die Waldkapelle. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:hsw|Hessische Sagen]], Leipzig, 1853// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf hsw dieburg v0}}