[[sagen:hsw229|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:hsw|Hessische Sagen]]** | [[sagen:hsw231|nächste Sage >>>]] ====== Die versteinerten Erbsen ====== Es war einmal eine so große Hungersnot, dass eine Menge Menschen vor Hunger starben. Damals lebte ein reicher, aber sehr geiziger Bauer, der trotzdem, dass er eine Menge Korn auf seinen Böden liegen hatte, in steter Angst war, er müsse auch verhungern. Er leugnete auch jedermann ab, dass er noch Korn habe, und damit die Leute dies eher glauben sollten, hat er seine Äcker mit Erbsen besät, indem er sprach: Ich säe Erbaiß,\\ Dass weder Gott noch die Welt darum weiß.\\ Das hat sein Nachbar, ein armer Mann, gehört, und da er auch gerade Erbsen säte, um gleich dem Geizhals Mehl daraus zu machen, so sprach er: Lieber Nachbar, ich säe Erbaiß,\\ Dass weder Gott noch die Welt darum weiß.\\ Dieses Mannes Erbsen sind reichlich aufgegangen, haben auch einen großen Ertrag geliefert, die des reichen Bauern aber sind zu Stein geworden und sind ihrer viele lange aufbewahrt worden. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:hsw|Hessische Sagen]], Leipzig, 1853// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf hsw v0}}