[[sagen:hsw181|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:hsw|Hessische Sagen]]** | [[sagen:hsw183|nächste Sage >>>]] ====== Der Schatz unter dem Kirchturm ====== Unter dem Turm einer alten Kirche in der Niddagegend (Wetterau) lag ein Schatz und der konnte nur zu einer gewissen Zeit im Jahre um Mitternacht gehoben werden. Nun war ein Mann, der wollte ihn heben, ging vor Mitternacht hin mit Pickel und Spaten und brach auf und grub aus. Schon war er bis auf den Schatz gekommen und sah die Goldstücke blinken, aber da war es ihm auf einmal, als müsste er über sich sehen. Und wie er über sich sah, da ließ sich die große Glocke vom Turm herunter, tiefer und immer tiefer, als wenn sie sich über ihn stürzen wollte, dass er unter ihr eingesperrt sitzen müsste, und sie war ihm schier nah am Kopf. Da wurde es dem Mann so angst und bange, dass er einen Schrei ausstieß, alles liegen ließ und fortlief. Wäre er geblieben und hätte ohne Angst vor der Glocke den Schatz ganz still herausgeholt, so hätte er ihn gehabt, denn die Glocke hätte sich gar nicht über ihn stürzen können. So aber war der Schatz wieder fortgerückt, tiefer in die Erde und die Glocke wieder hinauf auf den Turm an ihren alten Platz. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:hsw|Hessische Sagen]], Leipzig, 1853// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf hsw v0}}