[[sagen:hsw157|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:hsw|Hessische Sagen]]** | [[sagen:hsw159|nächste Sage >>>]] ====== Geister fortgetragen ====== Auf der Herrmühle in Schönberg wohnte eine Müllerin, die gab sich mit falschem Maß und Gewicht ab, und als sie tot war, ging sie um in der Mühle und konnte niemand darin wohnen bleiben. Da wurde der Zauberer Struwel aus Stettbach gerufen, der fing die Seele der Müllerin und trug sie in einem Sack in die Haal, das ist ein Wald hinter Reichenbach beim Borstein und dort kann ein jeder die Müllerin herumlaufen sehen. Derselbe Zauberer wollte einem Wirt in Niederbeerbach einen Possen tun. Da ging er in das Wirtshaus und ließ vor der Tür seinen Tragkorb stehen mit einer eingefangenen Seele darin. Gleich war auch die neugierige Wirtin da und hob den Deckel auf. Da fuhr ein Ding wie ein stumpfschwänziges Huhn heraus und die Bodentreppe hinauf. Die Frau getraute sich nicht, es dem Zauberer zu gestehen und dieser, nachdem er seinen Schoppen getrunken hatte, ging ruhig mit dem leeren Korb fort. Die Nacht aber fing auf dem Boden ein furchtbarer Lärm an, die Türen wurden aufgerissen und zugeschlagen und alles durcheinander geworfen. Ebenso ging es in den folgenden Nächten und endlich musste der Wirt dem Zauberer 150 Gulden bezahlen, damit er das Ding mit großer Mühe wieder einfing und in die Haal trug. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:hsw|Hessische Sagen]], Leipzig, 1853// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf hsw v0}}