[[sagen:hsw156|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:hsw|Hessische Sagen]]** | [[sagen:hsw158|nächste Sage >>>]] ====== Das schwere Laub ====== Eine alte Frau ging in den Wald bei Alsbach, wo man es im Rabenloch heißt, um Laub zu lesen. Während sie damit beschäftigt war, kam ein Mann zu ihr, den sie nie gesehen hatte, fragte sie dies und jenes und lachte immer dazu, wenn sie ihm antwortete, bis sie ihm endlich keine Antwort mehr gab. Da war er plötzlich verschwunden. Als sie nun das Laub zusammengebunden und auf den Kopf geladen hatte, um es nach Hause zu tragen, wurde es ihr mit jedem Schritt, den sie tat, schwerer, sodass sie zuletzt kaum mehr fort konnte, das Bündel hinwarf und sprach: »Entweder ist das Laub nasser als ich geglaubt habe, oder es liegt ein Stein im Bund.« Sie löste die Knoten, um das nasse Laub auszulesen. Da siehe, sprang ein Klotz heraus, der rollte den Berg hinab, ehe sie sich versah, und stand am Fuß desselben als ein schmucker Jäger lachend wieder auf. Da merkte sie erst, dass ein Geist ihr einen Streich gespielt hatte, schürzte die Knoten wieder und trug das nun leichte Bund so rasch nach Hause, wie es ihre alten Beine erlaubten, denn jetzt wurde es ihr doch ängstlich in dem stillen einsamen Wald. Einige sagen, der Geist sei ein Jäger aus Lorsch, der da umgehen müsse, und erscheine oft auch als dreibeiniger Hase. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:hsw|Hessische Sagen]], Leipzig, 1853// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf hsw v0}}