[[sagen:grimmds1-082|<<< zurück ]] | **[[capitel:grimmds1|Deutsche Sagen - Band 1]]** | [[sagen:grimmds1-084| weiter >>>]] ====== Die Wechselbälge im Wasser ====== Kirchhof’s Wendunmuth V. 314. Nr. 258. Bräuner’s Curiositäten 9. Hildebrand Entdeckung der Zauberei S. 109. Fischart im wilden Teufels Heer. Luther’s Tisch-Reden 105b. 106a. Bei [[geo:Halberstadt]] hatte ein Bauer einen [[wesen:wechselbalg|Kielkropf]], der seine Mutter und fünf Muhmen ausgesogen, dabei unmäßig gegessen hatte (denn sie essen mehr, als zehn andere Kinder), und sich so angestellt, daß sie seiner gar müd geworden. Es ward ihm der Rath gegeben, er solle das Kind zur Wallfahrt gen Heckelstadt zur [[vip:hlgmaria|Jungfrau Maria]] geloben und daselbst wiegen lassen. Diesem Rath folgte der gute Bauer, setzte es in einen Rückkorb und trug es hin. Wie er aber über ein Wasser geht und auf der Brücke ist, rufts unten im Wasser: „Kielkropf! Kielkropf!“ Da antwortet das Kind in dem Korbe, das niemals zuvor ein Wort geredet hatte: „ho! ho!“ Dessen war der Bauer ungewohnt und sehr erschrocken. Darauf fragte der [[wesen:teufel|Teufel]] im Wasser ferner: „wo willt du hin?“ Der Kielkropf oben antwortete: „ick well gen Heckelstadt \\ to unser leven Fruggen: \\ mik laten wigen \\ dat ick möge gedigen“ (gedeihen)."\\ Wie der Bauer hörte, daß der [[wesen:Wechselbalg]] ordentlich reden konnte, ward er zornig und warf ihn sammt dem Korb ins Wasser. Da sind die zwei Teufel zusammengefahren, haben geschrien: „ho! ho! ha!“ mit einander gespielt und sich überworfen und sind darnach verschwunden. //Quellen: // * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 134–135, 1816// ---- {{tag>sagen grimm deutschesagen1 luther wechselbalg halberstadt korb brücke wasser heckelstadt wallfahrt v2}}