[[sagen:grimmds1-027|<<< zurück ]] | **[[capitel:grimmds1|Deutsche Sagen - Band 1]]** | [[sagen:grimmds1-029| weiter >>>]] ====== Kaiser Karl im Untersberg ====== Brixener Volksbuch von 1782. S. 28 29. In dem [[region:untersberg|Wunderberg]] sitzt außer andern fürstlichen und vornehmen Herrn auch [[vip:karldergrosse|Kaiser Karl]], mit goldner Krone auf dem Haupt und seinen Scepter in der Hand. Auf dem großen [[region:walserfeld|Welserfeld]] wurde er verzückt und hat noch ganz seine Gestalt behalten, wie er sie auf der zeitlichen Welt gehabt. Sein Bart ist grau und lang gewachsen und bedeckt ihm das goldne Bruststück seiner Kleidung ganz und gar. An Fest- und Ehrentagen wird der Bart auf zwei Theile getheilt, einer liegt auf der rechten Seite, der andere auf der linken, mit einem kostbaren Perlenband umwunden. Der Kaiser hat ein scharfes und tiefsinniges Angesicht und erzeigt sich freundlich und gemeinschaftlich gegen alle Untergebenen, die da mit ihm auf einer schönen Wiese hin und her gehen. Warum er sich da aufhält und was seines Thuns ist, weiß niemand und steht bei den Geheimnissen Gottes. Franz Sartori erzählt, daß [[vip:karlv|Kaiser Karl der Fünfte]], nach andern aber [[vip:friedrichbarbarossa|Friedrich]] an einem Tisch sitzt, um den sein Bart schon mehr denn zweimal herumgewachsen ist. So wie der Bart zum drittenmal die letzte Ecke desselben erreicht haben wird, tritt dieser Welt letzte Zeit ein. Der [[wesen:teufel|Antichrist]] erscheint, auf den Feldern von Wals kommt es zur Schlacht, die Engelposaunen ertönen, und der jüngste Tag ist angebrochen. //Quellen: // * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 33, 1816// ---- {{tag>sagen grimm deutschesagen1 brixener untersberg karldergrosse friedrichibarbarossa karlv walserfeld prophezeiung v2}}