[[sagen:graessesachsen883|<<< zurück]] | **[[capitel:graessesachsen2|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen - Band 2]]** | [[sagen:graessesachsen885| weiter >>>]] ====== Die verbannten Bauernburschen ====== Gräve im N. Laus. Mag. 1838. S. 132. u. in s. Sagen S. 75. Auf dem von [[geo:Kamenz]] nach [[geo:gersdorfhaselbachtal|Gersdorf]] über das Dorf [[geo:gelenau|Gölenau]] hinführenden Wege kommt man an einen kleinen Busch und dann links zu einem kleinen Teiche. Man nennt diese Gegend das Gölenauer Weidig, doch wird dieselbe von Jedermann gemieden. Man will hier öfters ein Aechzen und Seufzen, Zischen Schnarren und Pfeifen vernehmen, kreischende Stimmen aus dem Röhrigt hören, und blaue Flämmchen aus dem Wasser aufsteigen sehen, in der Luft und im Wasserspiegel greuliche Gestalten erblicken, und zuweilen sollen Spukgeister den Vorübergehenden aufhocken. Angeblich sollen dieses die Geister einer Rotte wüster Gesellen sein, welche im Jahre 1537 am Vorabende des [[zeit:weihnachten|Christtages]] von [[geo:neukirchkönigsbrück|Neukirch]], ihrer Heimath, nach [[geo:Pulsnitz]] gezogen waren, und sich dort einen tüchtigen Rausch geholt hatten. Auf dem Rückwege kamen sie, durch das inmittelst begonnene Schneegestöber geblendet, von dem ihnen sonst wohlbekannten Pfade ab, unwirsch darüber begannen sie gräßlich zu schimpfen und zu lästern, und als ihnen ein von [[geo:gersdorfhaselbachtal|Gersdorf]] mit seinem Sakristan zurückkehrender Mönch entgegentrat und sie ernst abmahnte, verschlossen sie ihm höhnend den Mund mit Schneeballen. Da entbrannte der heilige Mann in gerechtem Zorn und bannte die Gottlosen in jenen Teich, wo sie bis heute noch ihr Wesen treiben. //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 292// ---- {{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 v2a}}