[[sagen:graessesachsen762|<<< zurück]] | **[[capitel:graessesachsen2|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen - Band 2]]** | [[sagen:graessesachsen764| weiter >>>]] ====== Der Kobold in der Lausitz ====== Schmaler a. a. O. S. 267. Gräve S. 57. Der wendische [[wesen:Kobold]] entspricht vollkommen dem deutschen. Er ist ein [[wesen:Hausgeist]], der in den Stuben, Ställen etc. sein Wesen treibt und je nach seiner Neigung den Einwohnern des Gehöftes bald Gefälligkeiten erweist, indem er ihre Geschäfte übernimmt und Nachts im Finstern fortarbeitet, bald aber auch Schabernack spielt. Er will nach seinen Launen gut behandelt und wohl gespeist sein, sonst lärmt er im Hause herum, quält die Leute und schreckt sie Nachts aus dem Schlafe auf, indem er sie durch Poltern aufweckt oder gar aus dem Bette herauswirft. Er soll gern die Gestalt eines [[wesen:spukkalb|Kalbes]] annehmen, hat aber mit Feuer und Licht nichts zu thun, sondern ist vielmehr ein Geist der Finsterniß, doch soll er auch Kranken des Nachts bei’m Vollmondschein erscheinen. In Gestalt einer Dohle bringt er Gold. Ihre Wohnung soll auf dem eine Meile von [[geo:bautzen|Budissin]] bei den Dörfern [[geo:Rachlau]] und [[geo:Döhlen]] über [[geo:Meschwitz]] gelegenen Berge [[region:Czorneboh]] sein, wo ein einzelner mit einer Höhlung versehener Berg nach ihnen die Koboldskammer heißt (siehe: [[sagen:graessesachsen771|Das Teufelsfenster am Czorneboh]]). //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 154// ---- {{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 gräve oberlausitz rachlau döhlen Czorneboh vollmond kalb dohle kobold hausgeist höhle v2}}