[[sagen:ehw064| <<< zurück ]] | **[[capitel:ehw-3|Kapitel 3: Die Sagen um die Ludki / Luttchen / Lüttchen]]** | [[sagen:ehw066| weiter >>> ]] ====== Die Luttchen und das Alte Dorf bei Kaden ====== R. Scharnweber & O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau, Berlin 1933 Eine Feldmark bei [[geo:Kaden]] wird Altes Dorf genannt. Hier wohnten einstmals kleine Leute, die gegen jedermann freundlich und immer hilfsbereit waren. Sie hatten eine ganz frühe Sprache, die nur schwer verständlich war. Zu Kindstaufen holten die [[wesen:Luttchen]] die großen Menschen zu Gevattern. Auch die Feste der großen Menschen feierten sie gern mit. Oftmals borgten sie sich von den Menschen Butterfässer. Aus Holz konnten sie nichts machen. All ihre Gefäße waren aus Ton. Die Scherben ihrer Gefäße gruben die Luttchen ein. Ihre Toten verbrannten die Luttchen und deren Asche wurde in großen Tongefäßen beigesetzt. Neben diese Urnen setzten sie kleine Näpfe, welche mit den Tränen der Hinterbliebenen gefüllt waren. Die Urnenstätten findet man immer in größeren Ansammlungen und stets sind sie in Steine gepackt. Als die Christen Glocken auf ihre Kirchtürme hängten, zogen die Luttchen nach dem Luckschen Busch zu. Sie konnten das Geläut nicht ertragen. Auf der entvölkerten Luttchendorfstelle bauten nun die Christen ihre Heimstätte. In einem Krieg zerstörte der Feind dieses Dorf und tötete seine Bewohner. Bald wuchs Gesträuch und ein Wald über der Dorfstätte, welche die Kadener bis auf den heutigen Tag das „Alte Dorf“ nennen. Die Seelen der seinerzeit grausam Getöteten sollen jedoch noch jetzt dort umgehen. //Quelle: [[autor:wusch|E.H.Wusch]]: [[buch:sagenmeinerheimatniederlausitz|Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Lausitz]]// ---- {{tag>sagen wusch sagenmeinerheimatlausitz v2a}}