[[sagen:ehw043| <<< zurück ]] | **[[capitel:ehw-2|Kapitel 2: Drachen – und andere Tiersagen]]** | [[sagen:ehw045| weiter >>> ]] ====== Die bunte Henne von Drahnsdorf ====== R. Scharnweber & O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau, Berlin 1933 Es ging einmal eine Frau von [[geo:drahnsdorf|Drahnsdorf]] nach [[geo:wildau-wentdorf|Wentdorf]] in der Nacht und als sie in der Nähe der Pappmühle kam, sah sie eine bunte Henne hin und her laufen, als wenn sie Anschließ bei den Menschen suche. Die Frau konnte die Henne leicht haschen und steckte sie in ihren Kober und nahm sie mit nach Hause. Da stellte sie den Kober mit der Henne in die Stube. Als sie am nächsten Tag in die Stube kam, lag ein Haufen schönsten Weizens auf den Dielen. Und das kam nun alle Tage so und die Frau wurde in ihrer Wirtschaft groß und reich. Die Geschichte hörte später ein Mann aus [[geo:liedekahle|Liedekahle]]. Er dachte bei sich, die Sache kannst Du auch haben und mal versuchen, ob du nicht auch ein Tier kriegen kannst. Er ging also in der Nacht auf die selbe Straße. Da kam ein großer [[wesen:schwarzerhund|schwarzer Hund]] gelaufen und auf den Mann zu. Der lockte den Hund und der kam und blieb bei ihm und lief mit ihm nach Hause. Aber am nächsten Tage ging der Hund nicht von dem Manne weg, wohin der auch lief. Und er sah ihn auch immer so böse an, so daß dem Manne ganz ängstlich zumute wurde. Alle Leute drängten ihn, er solle sehen, daß er den Hund wieder los würde. Da sagte ihm eine kluge Frau, er müsse den Hund wieder in der Nacht an den Ort bringen, wo er ihn an sich gelockt habe. Er dürfe nicht sprechen und wenn er weggingen auch nicht umsehen, egal was geschehen würde. Der Mann tat, was ihm die kluge Frau geraten hatte und der Hund blieb wieder an dem Orte, wo er ihn zu sich gelockt hatte. //Quelle: [[autor:wusch|E.H.Wusch]]: [[buch:sagenmeinerheimatniederlausitz|Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Lausitz]]// ---- {{tag>sagen wusch sagenmeinerheimatlausitz v2a}}