[[sagen:deutschemaerchenundsagen475|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]]** | [[sagen:deutschemaerchenundsagen477|nächste Sage >>>]] ====== Zauberfamilien in Drenthe ====== Mündlich In verschiedenen Orten der Landschaft Drenthe (Friesland) gibt es Familien, deren Umgang von andern gemieden wird, weil sie im Rufe stehen, zaubern zu können. Die Angst vor den Mitgliedern einer solchen Familie ist so stark, daß man froh ist, ihrer los zu sein, wenn man sie zufällig trifft; in ihrer Gegenwart zu essen, wäre das Schrecklichste, was man sich denken könnte, da sie die Macht haben, alle Speisen in verderbenbringende Dinge zu verwandeln. Sie sind, sagt man, stets in sich gekehrt und dringen gern Jemanden etwas auf, um also ihrer Kunst sich bedienen zu können. Eine Ehe mit dem ältesten Sohne wird verabscheut, denn die Macht zu zaubern, vererbt sich nur auf den ältesten Sohn. So lange die Eltern leben, sind alle Familienglieder im Verdachte, nach dem Tode des Vaters aber und besonders, wenn der Sohn einen eigenen Haushalt sich einrichtet, fürchtet man die Uebrigen nicht mehr so sehr, denn die Macht geht nur auf jenen und seine Kinder über. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]], Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen v0}}