[[sagen:deutschemaerchenundsagen471|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]]** | [[sagen:deutschemaerchenundsagen473|nächste Sage >>>]] ====== Das Flachsbündel in der Kirche zu Havelte ====== Zu Havelte lebte vor Zeiten ein Mann, der seine Frau, trotzdem, daß sie ihm mit herzlicher Liebe zugethan war, doch tagtäglich mißhandelte. Sie unterlag dem endlich; da kam der Mann wohl zur Reue, doch es war zu spät. Eines Nachts lag er nachdenkend über dies Alles zu Bette, als es plötzlich laut an seine Thür klopfte. Er frug, wer da sei, und bekam zur Antwort: "Ich bin es, deine Frau." Da sprach er: "Das glaube ich so wenig, als auch, daß die Pferde von selbst durch die Banden (Scheunenthuren) gehen." Kaum aber hatte er das Wort gesprochen, da hörte er die Pferde den Stall verlassen und durch die Scheunenthuren heraustrappeln. Da stand er auf, öffnete und es war seine Frau lebenden und gesunden Leibes. Noch lange Jahre lebten Beide glücklich und vergnügt zusammen und die Frau spann während dem an einem Bundel Flachs, welches man noch heute in der Kirche zu Havelte bewahrt. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]], Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen v0}}