[[sagen:deutschemaerchenundsagen453|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]]** | [[sagen:deutschemaerchenundsagen455|nächste Sage >>>]] ====== Wandernde Kannen ====== Mündlich. Bei [[geo:Lich]] in der [[region:Wetterau]] stand vor alten Zeiten auf dem nahen Breuerberg eine Ritterburg; auf dem Erlesberg, jenem gegenüber, ein Nonnenkloster. Da hatten die frommen Nonnen viel von ihren wilden Nachbarn auszustehn; ja endlich ging deren Frechheit so weit, daß sie die geweihten Gefäße, die zum Gebrauche beim heiligen Abendmahle bestimmt waren, von ihnen erpreßten, um bei rohen Zechgelagen Hohn damit zu treiben. Später war das Ritterschloß zerstört und das Kloster zerfallen, bis man zulekt von beiden nichts mehr gewahrte; aber noch immer sahen die Landleute nachtlicher Weile die silbernen Kannen im Thalgrunde zwischen beiden Bergen glänzen, wie sie von der gottlosen Ritterburg zum Kloster zurückwanderten. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]], Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen lich wetterau v0}}