[[sagen:deutschemaerchenundsagen423|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]]** | [[sagen:deutschemaerchenundsagen425|nächste Sage >>>]] ====== Sankt Georg ====== Mündlich von Frau Courtmans. In der Nähe von Audenaerde liegt eine Kapelle, die "de Kesel" heißt; da hing bis vor zehn Jahren noch die Haut eines Drachen und mit der hatte es folgende Bewandtniß. Vor vielen Hundert Jahren hauste ein grimmer Drache in der Gegend und dem mußten die Leute jeden Tag einen Menschen zum Opfer bringen. Endlich fiel das Loos auch auf die Königstochter und man führte sie in die Nähe des Wassers, wo der Drache wohnte, und ließ sie allein. Während sie nun da so saß und über ihr schrecklich Geschick nachdachte, kam ein feiner Rittersmann geritten und fragte sie, warum sie also klage; und die Jungfrau erzählte ihm Alles. Da sprach der Ritter welcher niemand anders war, als Sankt Georg - er werde sie retten und den Drachen tödten und er ließ sie mit dem Pferde allein und ging zum Wasser. Er war noch nicht lange da, als der Drache heraussprang und aus seinem großen Maule Feuer und Flammen auf Sankt Georg spie, aber das schreckte den Ritter nicht; der wickelte vielmehr schnell seine linke Faust in den Mantel und stieß sie so dem Drachen ins Maul; dann faßte er sein Schwert mit der Rechten und stieß ihm das in den Bauch, so daß das Ungeheuer todt zu Boden stürzte. Zum Danke für diese wunderbare Rettung baute der König die Kapelle und hing das Drachenfell darin auf. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]], Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen v0}}