[[sagen:deutschemaerchenundsagen322|<<< vorherige Sage]] | **[[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]]** | [[sagen:deutschemaerchenundsagen324|nächste Sage >>>]] ====== Teufel als Bär ====== Erasmi Francisci höllischer Proteus. S. de Vries, de Satan II, S. 369. Im December des Jahres 1686 spielten einige Soldaten im Wachthause der königlich danischen Festung Glückstadt mit Würfeln. Einer von ihnen verlor dabei fast all sein Geld, hielt aber nichtsdestoweniger mit Spielen an, wie sehr auch seine Mitspieler ihm abriethen, fortzufahren. Endlich fuhr er erbost gar in den greulichen Fluch aus, er wolle des Teufels sein, wenn er nicht Alles wiedergewinne, was die Andern ihm abgewonnen. Kurz nachher schlug die Stunde, in welcher er seinen Posten beziehen mußte. Da stand er noch nicht lange, als ein erschreckliches Unthier auf ihn zurannte in Gestalt eines Bären. Beim ersten Geräusch, welches dasselbe im Herzukommen machte, rief er: "Wer da?" Darauf antwortete das Unthier: "Ich bin's, dem du dich vor einer Stunde ungefähr zu Eigen gabst.“ Der Soldat, der das Fluchen bis dahin nur für eine Formel aus der Kriegerrhetorik gehalten und nicht gedacht hatte, daß der Böse das so im Ernste aufgenommen hatte, stand in gewaltiger Angst da, griff aber bald zum besten Mittel, welches zu ergreifen war, nämlich zum Gebete, worauf der Bär langsam zurückwich. //Quellen:// * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]], Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845// ---- {{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen 1686 glückstadt würfelspiel schimpfen teufel bär gebet v1}}